BPMN

BPMN

If you can’t describe what you are doing as a process, you don’t know what you’re doing *

Business Process Model and Notation (BPMN) ist eine grafische Modellierungssprache. Sie stellt normierte Symbole zur Verfügung, um Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe zu modellieren und zu dokumentieren. Durch die gemeinsame Sprache können Auftraggeber und Auftragnehmer zielgerichtet über Prozesse kommunizieren und Missverständnisse vermeiden, die durch umgangssprachliche Beschreibungen und unterschiedliche Positionen entstehen.

Einen BPMN 2.0-Prozess entwerfen

Prozessmodelle visualisieren einen Prozess der realen Welt aus einer bestimmten Betrachtungsperspektive. Sie sollen für jedermann einfach zu lesen sein, damit der Betrachter leicht erkennen kann, wie bspw. eine Abteilung arbeitet.




Basiselemente

Startereignis

Ein Startereignis startet einen Prozess. Mehrere Startereignisse sind möglich. Vergessen Sie nicht, den Start-Grund anzugeben - das sorgt für ein besseres Verständnis beim Empfänger.

Hinweis: Das Startereignis hat einen dünnen Rand (im Gegensatz zum Endereignis).


Task

Ein Task stellt einen einzelnen Aufgabenschritt dar.

Hinweis: Die Hintergrundfarbe hat keine Bedeutung und auch die Ecken müssen nicht abgerundet sein. Nutzen Sie also einfach ein normales Rechteck, wenn nur dies unterstützt wird in Ihrer Grafiksoftware.


Sequenzfluss

Um die Richtung des Durchlaufens festzulegen, werden die Element mittels gerichten Verbindungen verknüpft. Somit wird eine Reihenfolge festgelegt, in der die Aufgaben (Tasks) ausgeführt werden.

Hinweis: Ein Sequenfluss wird oft auch als Kante oder Konnektor bezeichnet. Es handelt sich hier um einen einfachen Pfeil und es gibt keine besondere Bedeutung von verschiedenen Pfeilspitzen (wie dies bspw. bei manchen UML- oder ER-Diagrammen üblich ist).


Endereignis

Mit einem Endereignis endet der Prozess. Mehrere Endereignisse sind möglich. Geben Sie auch hier an, wann bzw. warum das Endereignis erreicht wird.

Hinweis: Das Endereignis hat einen dicken Rand (im Gegensatz zum Startereignis).


Gateways

Mit Gateways wird der Prozessfluss gesteuert und man kann Entscheidungen oder parallele Abläufe darstellen.


Exklusives Gateway

Entscheidungen stellen Sie mittels des exklusiven (verzweigenden) Gateways (XOR-Gateway) dar. Im oben gezeigten Prozess teilt das exklusive Gateway den Prozess in zwei mögliche Zweige auf.

Zu einem exklusiven Gateway gehört immer eine Bedingung/Frage, anhand derer die Entscheidung für den weiteren Weg getroffen werden kann. Die Bedingung/Frage muss im Modell notiert werden. Ebenso müssen Sie die Zweige beschriften (im Beispiel mit "Ja" und "Nein").

Hinweis: Ein exklusives Gateway teilt den Prozess in mehrere mögliche Wege auf (also auch mehr als zwei wenn notwendig). Allerdings kann bei Passieren des Gateways nur ein einziger Weg gewählt werden, um den Prozess weiter zu durchlaufen.


In der Abbildung oben teilt das exklusive Gateway den Prozess in zwei alternative Wege, die jeweils ihr eigenes Endereignis erreichen. Selbstverständlich können verschiedene Wege auch wieder zusammengeführt werden, sofern dies sinnvoller erscheint (wie im Folgenden dargestellt).


Paralleles Gateway

Sofern Aufgaben parallel ausgeführt werden können, nutzen Sie das parallele Gateway. Bei Erreichen werden alle ausgehenden Zweige gleichzeitig aktiviert und somit beide (oder auch hier: beliebig viele) Wege durchlaufen.

Hinweis: Parallele Wege sollten an einer späteren Stelle im Prozess wieder synchronisiert werden, damit ein vorhersehbares Verhalten sichergestellt werden kann.

Eine Bedingung bzw. Frage und Beschriftungen an den Pfeilen sind hier nicht notwendig, da in jedem Fall beide Wege durchlaufen werden. Es ist auch nicht von Bedeutung, wenn einer der Wege viel länger läuft als die anderen, denn am Synchronisierungsereignis laufen alle Wege wieder zusammen, bevor der Prozess an dieser Stelle fortgesetzt wird.

Der erste Teil dieses Artikels zeigt die Grundelemente eines Prozesses in BPMN-Notation. Zusammen mit exklusiven und parallelen Gateways können dann bereits einfache Prozesse modelliert werden.


* W. Edwards Deming